
Sound aus dem Eis
Field Recording auf dem Griesgletscher für ein Kunstprojekt von National Geographic

Im Jahr 2025 begleitete ich den Künstler Tomas Van Houtryve auf einer Expedition zum Griesgletscher in den Schweizer Alpen. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit National Geographic entstand, untersuchte den menschlichen Einfluss auf alpine Landschaften durch immersive visuelle und auditive Dokumentation.
Meine Aufgabe war es, die verborgene Klangwelt des Gletschers einzufangen – nicht nur die offensichtlichen Umgebungsgeräusche, sondern auch die subtilen, fast unsichtbaren Bewegungen unter der Oberfläche: sich verschiebendes Eis, rieselndes Schmelzwasser, fallende Steine, entfernte Risse und eine tiefe, niederfrequente Präsenz, die aus dem Inneren des Gletschers selbst zu kommen schien.

Mobiles Recording-Setup auf dem Griesgletscher, aufgebaut rund um das Merging Anubis SPS Premium

Aufnahme der verborgenen Klangwelt des Gletschers – Eisbewegungen, Schmelzwasser, Gestein und tieffrequente Resonanzen.
Für diese Recording-Reise verwendete ich ein vollständig mobiles Setup rund um das Merging Anubis SPS Premium, eingebaut in ein individuell angepasstes, tragbares Peli-Case mit redundanter Batterieversorgung. Ziel war es, eine Recording-Kette in Studioqualität in eine extreme Outdoor-Umgebung zu bringen – leicht, flexibel und komplett mobil.
Nach einer langen Wanderung durch die alpine Landschaft begannen wir direkt auf dem Gletscher mit den Aufnahmen. Zuerst dachte ich, mit dem Equipment stimme etwas nicht: Über die Kopfhörer hörte ich ein konstantes, tiefes Brummen. Doch schnell wurde klar, dass es sich nicht um ein technisches Problem handelte – es war der Gletscher selbst.
Dieser Moment wurde zum Kern der ganzen Erfahrung. Das Mikrofon und die Monitoring-Kette machten Details hörbar, die mit bloßem Ohr kaum wahrnehmbar waren. Das Anubis erfasste den Gletscher mit bemerkenswerter Transparenz und Dynamik und ermöglichte es, diese leisen, fragilen und zugleich kraftvollen Klänge zu einem Teil der klanglichen Sprache des Projekts werden zu lassen.
Für mich steht diese Geschichte für das, was ich am Sounddesign liebe: Technologie nicht nur als technisches Werkzeug zu nutzen, sondern als Möglichkeit, verborgene Schichten der Welt um uns herum zu entdecken, ihnen zuzuhören und sie hörbar zu machen.
